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Datum

GPS-Bild

Tagebuch
ab 30.09.2010
bis
07.03. 2011

Südamerika
Ich wollte in Feuerland meinen 40-igsten feiern, da waren wir in der "Sowjetunion", dann wollte ich den 50-igsten da unten feiern, da waren wir auf der Rückreise von Alaska und auch mein 60-igster findet nicht in Ushuia statt, aber hoffentlich "ganz in der Nähe". Unter keinen Umständen wollen wir aber den Carneval in Rio am 04. März 2011 verpassen.
Man hört viele Geschichten über Südamerika. Aber vom "hören Sagen" lernt man bekanntlich lügen. Und da wir davon nichts halten, wollen wir der Sache mit eigenen Erfahrungen "auf den Grund" gehen. Die Höhe der Anden schreckt uns nicht ab und die Wüsten können wohl kaum so heiss sein wie in Australien oder Indien. Was uns beschäftigt ist (angeblich) der Wind . Aber nach rund 600'000 km auf dem Motorrad hoffen wir, davon einiges zu ertragen. Wir freuen uns auf neue Kulturen, Lebensweisen und Erfahrungen.
Endlich geht ein Traum in Erfüllung!!!
25.02.-.07.03.
Rio de Janeiro


0 km
(93'250)
Farbig, glamureus und in einer perfekten Show setzen wir das "i"-Pünktlein auf eine Motorradreise, die man sich schöner nicht vorstellen kann. Wenn man das noch im Kreise von Freunden machen kann, so ist das doppelt schön. Das Carneval-Finale der grössten und besten Sambaschulen der Welt beginnt um 21:00 Uhr und dauert bis in die frühen Morgenstunden. Sechs dieser Sambaschulen präsentieren je 90 Minuten mit tausenden von Akteuren ein Spektakel allererster Sahne. Alles was man über Carneval und Fasnacht weiss, muss neu definiert werden.
Mit diesem Highlight beenden wir nun die Berichterstattung über Südamerika und die Reise mit dem Töff.
Ab morgen beginnt auf 4 Rädern eine neue Zeitrechnung.
24..02.
Foz Iguazu-
Rio de Janeiro

1'350 km Flugzeug
(93'250)
Ein Treffen der "Schrottis". Die ersten 5 Tage alleine, dann zusammen mit Maria und Norbert und zu guter letzt mit Jean Pierre und Ana Elena, machen wir zu sechst Rio etwas "unsicher". Da wir eine illustre Gesellschaft sind, setzt uns das relativ schlechte Wetter nicht so sehr zu. Bekannte Orte wie Copacabana, Cristo und der Zuckerhut verhüllen sich diskret hinter Nebelschwaden und Wolken. Ab und zu wird versucht uns "über den Tisch" zu ziehen, aber dank den hervorragenden Sprachkenntnissen von Jean Pierre gelingt es immer wieder die "Schlawiner" zum Einlenken zu bringen. Tja - in Rio ist Carnevalzeit und so versucht eben jeder in kürzester Zeit so viel wie möglich zu verdienen.
21.-23.02.
Foz Iguazu
(Brasilien)

0 km
(93'250)
Zusammen mit Maria, Norbert und einem Führer haben wir zuerst die Wasserfälle in Argentinien besucht und am nächsten Tag diese nochmals aus der Sicht von Brasilien. Es ist müssig zu streiten, aus welcher Sicht dieses Naturwunder schöner zu betrachten ist.. Über 250 Fotos sprechen für sich. Der relativ schmale Flusslauf verbreitetert sich kurz vor den Fällen in eine weit verzweigte "Flusslandschaft" um dann in einem grandiosen Wasserspiel über mehrere Kaskaden in die Tiefe zu stürzen. Die tropischen Pflanzen und Tiere bilden dabei eine Kulisse, die man kaum beschreiben kann.
So unfassbar schön die Natur ist, so hässlich ist das Drum und Dran. Es herrscht Tourismus hoch drei. Es wird überall so viel Geld abgezockt, dass einem fast der Atem stockt. Schade!
21.-23.02.
Foz Iguazu
(Brasilien)

0 km
(93'250)
Liebe auf den ersten Blick!
Viele hatten versprochen entweder nach Ushuia oder nach Rio zum Carneval zu kommen. Einer hat 3 Jahre lang Wort gehalten. Mein Kollege Norbert Wollersheim von den DEW und seine Frau Maria sind auf die Minute pünktlich am vereinbarten Ort bei den Wasserfällen von Iguazu eingetroffen. Überall haben die Leute in der Hotelhalle die Köpfe gedreht, als wir uns begrüssten. Das war wieder einmal ein Ereignis "allererster Sahne". Noch am gleichen Tag haben wir gemeinsam den Vogelpark besucht und beim Wandern und Nachtessen alte und neue Geschichten aus der Welt der Arbeit und des Reisens ausgetauscht. Während den nächsten beiden Tagen werden wir nun gemeinsam die Iguazu-Wasserfälle besuchen.
20.-21.02.
Villa Elisa-
Foz Iguazu
(Brasilien)

1'245 km Bus
(93'250)
Je langsamer man reist, um so mehr sieht man von der Welt. Je grösser das Transportmittel ist, um so weniger sieht man von dem was sich links und rechts des Weges abspielt. In den äusserst komortablen Reisebussen sieht man daher nicht mehr besonders viel, trotzdem ist es eine neue, willkommene Erfahrung. Diese riesigen "Superdinger" lassen es an nichts fehlen. Von Leder bezogenen Schlafbetten bis hin zum Vollservice fehlt es an nichts. Im Oberdeck in der ersten Reihe konnten wir so das Geschehen wie im Kino geniessen. Am Anfang war beim Kreuzen mit anderen Bussen oder LKW's oder bei Überholvorgängen ein eigenartiges Gefühl vorhanden. Was mit dem Töff in wenigen Sekunden erledigt ist, muss der Chauffeur mit langer Hand vorbereiten und wohlüberlegt durchführen. Nach insgesamt 26 Stunden Reisezeit waren wir froh, nach einigen Umsteigern endlich in Foz Iguazu am Ziel zu sein.
12.-19.02.

Villa Elisa


(93'250
)
Eine Woche in einem netten kleinen Häuschen mit allem "Drum und Dran" macht nach dem eher enttäuschten Aufenthalt in Uruguay etwas Erfreuliches. Es macht auch grossen Spass mit dem stets gut aufgelegten Horacio ein paar schöne Stunden zu verbringen und aus seinem grossen Erfahrungsschatz über Südamerika zuzuhören. Ab und zu gehen wir in den Thermas baden und geniessen so etwas Ferienstimmung. Im kleinen Städtchen rüstet man sich auf den Carneval. Obwohl Villa Elisa nicht mit Montevideo zu vergleichen ist, hüten sich "gebrannte Kinder vor dem Feuer". Wir lassen daher die nächtlichen Proben sein und geniessen die Abgeschiedenheit vor "unserem Häuschen".
12.02.
Montevideo
Villa Elisa

380 km Bus
(93'250
)
Nach knapp 5 Stunden Busfahrt von Montevideo nach Paysandu ist es ein beklemmender Moment, Horacio mit seinem Transporter zu treffen. Im Innern des Autos ist "unsere" BMW. Die Lampen und Blinker wirken traurig, Motor und Rahmen geschunden, eingefallen und verlassen, die Reifen Profil- und ausdruckslos... Seit wir uns vom Töff getrennt haben fehlt es an Motivation und Lust. Immer wenn das Herz zu spinnen beginnt, kommt der Verstand und rückt alles wieder in ein anderes Licht. Im Militär gibt es einen Spruch: "Besser ein Entscheid zur Zeit, als die beste Idee zu spät." So gesehen ist es sicher richtig, dass wir im Moment "zu Fuss" unterwegs sind.
Die Überlandbusse sind durchwegs in hervorragendem Zustand und bieten einen guten Service. Sie sind relativ günsig und auf die Minute pünktlich. Es ist duchaus eine interessante Erfahrung, auf diese Weise zu reisen.
06.02.
Montevideo
Punta del Este
retour
320 km Bus
(93'250
)
Im Gegensatz zum buntenTreiben am Carneval von Montevideo, hält sich die Begeisterung für die Strände entlang der 1,5 Mio.-Stadt in engen Grenzen. Man kann wohl etwas baden, aber Spass macht das entlang der verkehrsreichen Promenade nicht. Also machen wir mit dem Bus einen Abstecher nach dem Super-Turi-Ort "Punta del Este". Alles ist sehr "aufgeräumt" und genau das Richtige für wohlhabende Touristen... So schön und stark bevölkert die Strände sind, so teuer die unzähligen Appartements, Hotels und Restaurants wirken, so wenig lassen wir uns davon beeindrucken und geniessen einige Zeit an einem kleinen freien Plätzchen am Strand. Gerade so lange, bis wir in letzter Minute merken, dass es höchste Zeit ist, entweder noch eine weitere Lage Sonnen-crème aufzutragen oder sich der brennenden Sonne zu entziehen.... Aufregend schön ist das Treiben der Seelöwen zu beobachten.
01.02.
Montevideo
(Uruguay)

0 km
(93'250
)
Nun hat es uns also doch erwischt!!
Nach den einschlägigen Reiseführern soll Montevideo zu den sichersten Städten in Südamerika gehören. Da kann man nur sagen: "Scheisse!!" Nach den Proben zum nächsten Carnevalumzug sind wir nichtsahnend "nach Hause" gegangen. Während Anita versuchte die Haustüre zu öffnen bemerkte ich, dass 6 Jugendliche über die Strasse auf uns zu rannten. Sekunden später waren wir in einem wüsten Handgemenge mit den Gangstern verwickelt. Sie versuchte mir erfolglos den Kamerarucksack zu entreisssen. Anita hatte mit ihrem kleinen Hüfttäschchen weniger Erfolg. Weg ist es! Nach ein paar Sekunden war der Spuk vorbei und die Typen rannten teils humpelnd davon. Mit Ausnahme von ein paar Kratzern und Beulen am Kopf blieben wir glücklicherweise unverletzt.
seit 26.01.
Montevideo
(Uruguay)

0 km
(93'250
)
Rio lässt grüssen! Wahrscheinlich nicht ganz so spektakulär, aber allemal sehenswert und schön...
Nach den etwas ruhigen Tagen in Buenos Aires sind wir mit einer sehr guten Fähre nach Colonia (Uruguay) rüber gesiedelt und mitten in den Carneval hinein geraten. Welch ein Glück! Erstens sind Lebensgeister wieder etwas aus dem Schlaf geweckt worden und zweitens haben wir einen kleinen Vorgeschmack auf Rio bekommen. In den nächsten Tagen und Wochen kommt nun Montevideo nicht mehr zur Ruhe. Es vergeht keine Nacht, wo nicht irgendwo die Sambatrommeln ihren aufreizenden Takt schlagen und ganze Strassenzüge im Sambarythmus hin und her schwanken. Es ist fast wie an der Luzerner Fasnacht. Wer dieses Treiben nicht mag, hat im Hinterland oder am Meer genügend Platz um Ruhe und Entspannung zu finden.
08..-25.01.
Buenos Aires

Flug 0 km
(93'250
)
Wie ist denn das möglich, von Rio Gallegos ohne einen km gefahren zu sein nach Buenos Aires zu kommen? Die Antwort ist einfach. Mit dem Flugzeug. Da wir unser Riesenbaby nicht mehr haben, geht's vorübergehend im Stil eines "Airbustouristen" weiter. Wir werden auch das überstehen! In der berühmten argentinischen Hauptstadt gibt es sehr viel zu sehen und zu erleben. Im Zentrum haben wir ein Appartement gemietet und sind so schnell an jedem Ort. Von der tollen Tango-Show über Museumsbesuche bis zum kiloschweren Babysteak wird alles konsumiert. Aber auch Faulenzen ist ganz gross im Kurs. Die Planung der nächsten 2-3 Jahre ist natürlich DAS Thema. Es vergeht keine Minute, wo wir nicht an die tolle Zeit mit dem Töff zurück denken, verbunden mit der Hoffnung, dass es künftig toll sein wird.
03.-05.01.2011
Ushuaia-
Rio Gallegos

654 km
(93'250
)
AUS und VORBEI!!
Das Bild von der südlichsten Poststation der Welt ist Sinnbild für das letzte Foto mit dem Motorrad rund um die Welt. Bereits in El Calafate beim Besuch des Perito Moreno Gletschers hat sich durch einen unglaublichen Zufall die Möglichkeit eröffnet, unsere BMW zu verkaufen. Schon bei der Planung der Reise war immer vorgesehen, uns in Rio vom Töff zu trennen. Nun haben wir gestern die Möglichkeit beim Schopf gepackt und uns vom besten Motorrad der letzten 42 Jahre in einem See voll Tränen zwei Monate früher verabschiedet. Es ist für "normal sterbliche" unvorstellbar, was wir die letzten 2 1/2 Jahre alles erlebt haben. Die Reise um die Welt ist damit aber noch lange nicht vorbei! Man darf gespannt sein, wie es die nächsten Jahre weiter geht! Wir bleiben dran!
29.-02.01.2011

Ushuaia

91 km
(92'596
)
...das ist so eine Sache mit der "Schlagseite". Bei den einen ist es regelmässig nach Feierabend, bei uns bedeutet das starker Wind von der Seite und dieser Kutter hat mit Sicherheit auch schon bessere Tage gehabt. Leicht Schlagseite hatten wir an Silvester und bestimmt werden wir es auch heute Abend an Anitas Geburtstag haben. Aber morgen ist alles wieder "normal", wenn es heisst: "Ab nach Norden, Motor marsch!" Vorher geht es aber noch mit dem "Tren fin del Mundo" auf eine kleine Reise.
Ushuaia ist nicht nur die "Hauptstadt" von Feuerland und Ziel von vielen Reisenden mit allen möglichen und unmöglichen Fortbewegungsmitteln, sondern Ausgangspunkt in die Antarktis. So aufregend eine 8 bis 10-tägige Kreuzfahrt auf den "7. Kontinent" wäre, so unerschwinglich ist das für unsere Reisekasse. "Lastminute"-Angebote ab 6-8'000 US$ p.P. sind einfach zu viel....
26.-28.12.
Punta Arenas-
Ushuaia

492 km
(92'505
)
WIR SIND AM ZIEL! Eines der grössten und lange ersehnten Etappenziele auf unserem Weg durch die Welt ist erreicht!
Von Los Angeles, durch ganz Zentral- und Südamerika bis Ushuaia sind es knapp 25'000 km. Dabei haben wir verschiedene Klima- und Vegetationszonen durchquert, insgesamt rund 2'500 km Schotterstrassen bewältigt, haben vor tropischer Hitze kaum schlafen können und sind bei extremen Winden und Schneefall in der Pampa fast "versauert". Links und rechts des Weges haben wir mit Menschen, Tieren und einer Natur Bekanntschaft gemacht, die uns bisher fremd und voller Geheimnisse war.
Zugegeben - wir sind etwas müde geworden. Aber jeden Morgen das "erfrischende Knurren" unserer BMW "Adventure" zu hören, ist wie Kirchenmusik. Es geht nicht mehr lange und dann wird diese Art des Reisens unwiederruflich Vergangenheit sein....
22.-26.12.
Punta Arenas

0 km
(92'013
)
Die letzten Tage waren wirklich anstrengend!
Die Ruhe über die Weihnachtstage in Punta Arenas war daher fast wie ein Geschenk. Faulenzen und Nachdenken waren angesagt. Aber auch die Planung für den weiteren Reiseverlauf hat eine grosse Rolle gespielt (dazu mehr nach dem 05. Januar!?) Natürlich wurden unsere Aktivitäten vom Wetter geprägt. Graupel, Regen und Sonne, immer schön begleitet von heftigen Winden und kühlen Temperaturen war alles vorhanden. Wäre nicht noch ein Besuch bei den Pinguinen gewesen.....
Am zweiten Weihnachtstag haben wir die Habseligkeiten zusammengepackt und sind mit einem Fährschiff über die Magellanstrasse nach Porvenir auf Feuerland gefahren. Nun sind wir also da, wovon Mark ein Leben lang geträumt hat....
18.-21.12.
El Calafate-
Punta Arenas

803 km
(92'013
)
Ausser Spesen - nichts gewesen. 3 Tage haben wir in Puerto Natales auf besseres Wetter gewartet und hofften, einer der schönsten Nationalparks des Kontinents den "Torres del Paine" zu besuchen. Ein Versuch, bei zweifelhaftem Wetter in den Park zu fahren scheiterte nach 90 km auf einer Kiesstrasse kläglich im Regen und bei Schneefall. Wer weiss, vielleicht bekommen wir nochmals eine Möglichkeit nach dem 5. Januar...
Mit einem "lachendem und einem weinendem Auge" sind wir nun 2 Tage früher als vorgesehen in Punta Arenas angekommen. Hier wärmen wir uns auf und geniessen ein paar "arbeitsfreie" Tage über Weihnachten. Die ganze Zeit war der Wind unser treuer Begleiter.
Auf dieser Strecke "feierten" wir den 100'000-er unserer BMW ohne das geringste Problem! Einfach grossartig!!!!
15.-17.12.
El Chaltén-
El Calafate
(Perito Moreno Gletscher)
378 km
(91'210
)
Das Warten in El Chaltén auf etwas weniger Wind hat sich gelohnt. In einer relativ windarmen Phase haben wir die Gunst der Stunde genutzt und sind nach El Calafate gefahren. Mitten in der Pampa werden wir von einem Auto überholt. Die Beifahrerin streckt ein Zettel aus dem Fenster mit dem Wort "SURSEE". Nach dem Anhalten stellt sich heraus, dass es die Tochter unseres ehem. Nachbarn Walti Fuchs ist. Für alle ist dieses Zusammentreffen kaum zu fassen.
El Calafate ist Ausgangspunkt zum Besuch des "Perito Moreno" Gletschers. Wie jeder Patagonien Reisende haben wir uns dieses Naturschauspiel bei leichtem Schneefall nicht entgehen lassen. Was sich hier für ein unglaublicher Zufall abspielte, zu dem werden wir erst nach dem 05..Januar 2011 etwas sagen. Man darf gespannt sein!!!
13.-14.12.
Gobernador Gregores-
El Chaltén

343 km
(90'832
)
"Vom Winde verweht". Damit ist nicht der gleichnamige Film mit den Hauptdarstellern Clark Cable und Vivien Leigh gemeint, sondern die harte Realität mit den Hauptakteuren Mark und Anita. Wenn "zu Hause" Winde mit 150 km/h über das Land ziehen, schreit alles "zitter mordio". Hier in Patagonien ist das "normal". Man sieht sie nicht, gehen aber durch Mark und Bein und Steine fliegen um die Ohren. Während den letzten beiden Tagen trafen diese Sturmwinde seitlich auf uns, zerrten am Lenker und drückten uns von der schmalen "kieslosen" Spur in die Kieshaufen oder sogar an den Rand auf der anderen Strassenseite.... "Anhalten statt riskant kreuzen" war die Devise bei entgegen-kommenden Fahrzeugen. Nach einer Zwischennacht stehen wir nun unfassbar vor dem "Fitz Roy" Massiv. Die senkrechten, bis 3'400 m hohen Felsnadeln scheinen den Himmel zu kitzeln.
09.-12.12.
Rio Mayo-
Gobernador Gregores

507 km
(90'489
)
Beim letzten "Tagebucheintrag" haben wir uns noch über die "armen Radfahrer" gewundert und jetzt hat es auch uns zur Strafe "kalten Arsches" - im wahrsten Sinne des Wortes - erwischt. Seit Tagen war ersichtlich, dass es eher schneit als regnet. Und genau das ist passiert! Zusammen mit den starken Winden, den Temperaturen bis +1°C , den schlechten Strassen, den fehlenden Gasthäusern und Unterkünften sowie der fast endlos erscheinenden Pampa ergibt sich ein Mix, bei dem es Nerven und eine gute Moral braucht. Beides wurde auf's Äusserste beansprucht. Und da ja bekanntlich selten ein "Unglück" alleine kommt, müssen wir nach 90'000 km den ersten "Plattfuss" beklagen. Aber wie das Leben so spielt, haben "die Dummen meistens Glück". Unmittelbar beim Ortseingang zum heutigen Tagesziel hatte ein Stein den Reifen beschädigt und für fremde Hilfe wurde fast "Schlange gestanden" . . .
07.-08.12.

Bariloche-
Rio Mayo

798 km
(89'982
)
Nach 3 traumhaften Tagen in Bariloche war heute Morgen von der ganzen Pracht zuerst nicht mehr viel zu sehen. Es war nass, kalt und durch die Löcher in den Wolken konnte man in der Ferne die frisch verschneiten Berge erkennen. Um 09:30 hatten sich die Zweifel zerstreut und der Entschluss, den Töff zu satteln, war richtig. Einzig der extreme Wind blieb. Ob er von vorne oder von hinten kommt, bedeuet 3.6 oder 8.1 l/100km. Beides ist nicht so schlimm. Kommt der Wind aber von der Seite, so ist es schwierig "Kurs zu halten". Ein besonderes Schauspiel sind die vereinzelten "Sadomaso veranlagten" Radfahrer. Die armen Kerle torkeln teilweise zu Fuss wie "stockbesoffen" am Strassenrand entlang und werden durch die starken Winde wie Tennisbälle hin und her geworfen. Wir haben eine kleine Gruppe gesehen, die in einer Mulde dicht zusammen gekauert war und wahrscheinlich still vor sich her jammerte...
05.-06.12.

Bariloche

0 km
(89'184
)
Es gibt viele Dinge, die man in Argentinien nicht verpassen darf. Dazu gehören die schönen Weine und eine deftige Fressorgie. Was man im deutschsprachigen Raum als "Schlachtplatte" bezeichnet, nennt man hier "Asado". Für 3-4 Personen ist es eher ein Grillgelage. Wird die Sache aber für 30-50 Personen angerichtet, so kann dies auf besondere Weise in einem Erdloch erfolgen. Nach einer mehrstündigen Vorbereitungszeit werden schlussendlich die Köstlichkeiten genossen "bis die Balken krachen" und mit feinen Weinen" runter gespült".
Die Gegend rund um Bariloche ist wieder mal sehr schwierig zu beschreiben. Es ist Frühling und jedes Pflänzlein will sich im besten Licht zeigen. Das Ergebnis ist eine Farbenpracht, wie wir sie bisher noch nie gesehen haben.
01.-04.12.
San Martin und Umgebung-
Bariloche

316 km
(89'184
)
Am 1. Dez. war bei John und Sharon trotz sehr windigem und kaltem Wetter Aufbruchstimmung. Wir gaben einem "Faulenzertag" in der "warmen Stube" den Vorzug. Am nächsten Tag hatte der Wind etwas nachgelassen und die Sonne zeigte sich zwischen Nebel und Wolken zögerlich. Also: "Pferd aus dem Stall und satteln". Kaum ein paar km gefahren, sahen wir die frisch verschneiten Berge und das Thermometer sank kontinuierlich bis auf 4°C. Nach knapp 50 km mahnten die ersten Schneegraupel zur Umkehr. Der abrupte Wechsel von der sehr guten Strasse auf eine lange, "pflotschige" Baustelle war ausschlaggebend, den Rückzug zu blasen und einen weiteren "Faulenzertag" zu geniessen. Heute war alles anders! Der frische Schnee von vorgestern war wieder weg, die Temperaturen etwas höher und die Natur präsentierte ihr schönstes Frühlingskleid.
28.-30.11.

Salto del Laja -
San Martin de Los Andes
489 km
(88'868
)
Wieder einmal werden die Anden überquert. Diesmal von West nach Ost und in Begleitung von John und Sharon. Super Wetter, eine traumhafte Szenerie sowie endlich die ungehinderte Sicht auf einen schneebedeckten aktiven Vulkans "Villarrica" sind einmal mehr Highlights. Ist ja wohl klar, dass man in Pucon nicht einfach vorbei fahren kann. Ein Cabaña mit Feuerplatz ist jetzt genau das Richtige. Am nächsten Tag wollten wir eigentlich ein Stück auf den 2840 m hohen Vulkan steigen aber "glücklicherweise" hat das Wetter umgeschlagen und von der ganzen Pracht war nichts mehr zu sehen.
Von Pucon aus gehts Richtung Grenze nach Argentinien. Es ist Frühling und überall blühen ungehindert die Blumen und Stäucher. Leider haben die chilenischen Zollbeamten gestreikt und so mussten wir 2 Stunden warten, bis es den Herren genehm war...
26.-28.11.

Salto del Laja
0 km

(88'379
)
In Puno am Titicaca See haben wir John und Sharon aus Malaysia mit ihrer R1200GS kennen gelernt und seither einige Male wieder getroffen. Ab und zu sind wir teilweise auch "ein paar Meter" zusammen gefahren. Beim grössten Wasserfall Chiles haben wir mehr oder weniger abgemacht. Obwohl es nur je ein einziges Mail hin und her gab hat die Zusammenkunft bestens geklappt. Der Wasserfall kann in keiner Weise den grossen Wasserfällen dieser Erde "das Wasser reichen", aber schön ist er trotzdem. Die PANAM ist in dieser Region so ziemlich die einzige Strasse von Nord nach Süd. Zudem ist sie eine 4-spurige Autobahn mit relativ wenig Verkehr. Zum Glück ist es strahlend sonnig und in der Ferne sind die Schnee bedeckten Anden zu sehen.
24.-25.11.

Santiago-
Salto del Laja
767 km

(88'379
)
Nach den etwas hektischen Tagen in Santiago war nun Ruhe angesagt. Also auf und ab nach Valparaiso bezw. Viña del Mar. Aber "ach du grüne Neune". Auf der ganzen Linie ein Fehlentscheid! So vielversprechend das ganze tönt, so erbärmlich ist das Ergebnis. Von der strahlenden Sonne Santiagos geht's auf der witzlosen Autobahn in die Hochnebel erfüllte Region an der Pazifikküste. Die beiden Städte sind nicht zu unterscheiden, alles ist über- und verbaut. Der Hafen ist mehr ein Abwrakplatz für vergammelte Schiffe und der Verkehr ist nerventötend. Zudem ist es wegen des Nebels "saukalt". Also nichts wie weg wieder ins Landesinnere. Wie es sich für einen schlechten Tag gehört, geht plötzlich "der Ofen aus". Tja, ohne Most läuft auch eine BMW nicht! Zu guter letzt können wir wenigstens nach langem Suchen doch noch ein preiswertes Nachtquartier finden....
22.-23.11.

Santiago
58 km

(87'612
)
Im Verlauf der letzten Monate hat sich Santiago de Chile zu einem kleinen Meilenstein entwickelt. Vieles was in letzter Zeit nicht mehr möglich war und für längere Zeit auch nicht mehr möglich sein wird, kann man in dieser Stadt erledigen. So war der längst überfällige Service am Töff zu machen, schon wieder neue Reifen zu montieren und selbst das eine GPS-Gerät konnte in einer "Nacht und Nebel-Aktion" repariert werden.
Natürlich war auch eine ausführliche Stadtbesichtigung auf dem Programm. Wie alle grossen Städte auf dieser Welt, kann man auch Santiago nicht in 2-3 Tagen erkunden. Für einen kleinen Einblick reicht diese Zeit aber allemal. Auch wenn es sehr viel Interessantes zu sehen gäbe, ziehen wir die Natur ausserhalb der Stadt vor.

20.-21.11.
San Augustin del Valle Fertil-
Santiago de Chile
763 km
(87'554
)
Nach den traumhaften letzten Tagen mit unglaublich schönen Landschaften war diese Strecke auf weiten Teilen nicht mehr besonders aufregend. Könnte es daran liegen, dass wir inzwischen etwas verwöhnt sind...? Was nützen uns hunderte km Weinrebenplantagen wenn man das Zeugs am Tag nicht in vollem Umfang geniessen kann? Was sollen die hervorragenden Strassen, wenn man wegen schlechten Reifen nicht mehr als 80 km/h fahren kann? Was hilft ein Kaffeehalt bei 5°C wenn es anschliessend noch höher hinauf geht? Und dann der Grenzübergang von Argentinien nach Chile! Ich habe gelernt, Grenzübergänge gelassen zu nehmen. Aber wenn man 2 Stunden in der Kälte und bei eisigem Wind von einem Schalter zum nächsten und wieder zurück latschen muss, dann ist das selbst für mich immer noch zu viel und ich mache meinem Ärger ganz tüchtig Luft....
19.11.

Patquia-
San Augustin del Valle Fertil
167 km
(86'791
)
Man kann doch nicht nur immer darüber reden und dann doch kein Bild zeigen. Ganz offensichtlich befinden wir uns im Frühling. Die Wüste blüht. Alle Kaktuspflanzen, ob gross oder klein, buhlen mit ihren wunderschönen Blüten um die Gunst der Insekten. Besonders nach einem Regenschauer (mit Hagel!) wie gestern Abend, explodieren die Pflanzen förmlich. Die ansonst spiessigen Gesellen, die problemlos jedem Reifen "an die Luft" gehen können, zeigen mit ihren Blüten ihre zarte Seite.
Im "Valle del la luna" ("Ischuigualasto") nehmen wir an einer geführten Tour teil und bekommen so dank kompetentem Kommentar einen tiefen Einblick in 180 Millionen Jahr Erdgeschichte. Es ist sehr imposant, was sich in dieser Gegend im Verlauf der Erdgeschichte alles getan hat.

17.-18.11.

Salta-
Patquia
802 km
(86'624
)
Wann kommt der Moment, wo wir sagen können: "Das war das Schönste auf dieser Reise". Lagsam aber sicher haben wir mit den Superlativen etwas Mühe. Aber es ist eben so. Nicht weit hinter Salta führt die Strasse durch das "Valle de Lerma". Für die Farbenpracht der Gesteinsformationen müssen wohl erst noch die Definitionen gefunden werden. Je nach Sonnenstand, Einstrahlung und Standort leuchten die Gesteinsformationen, das frische Grün der Pflanzen und die Bächlein in unzählichen Grün-, Rot-, Blau-, Gelb-, Weiss- und Schwarztönen. Sobald man das Tal bei Cafayate hinter sich hat öffnen sich eine weite Ebenen mit riesigen Weinrebenplantagen. Kurze Zeit später geht's auf einer mit bis zu10 Meter hohen Kakteen gesäumten Strasse auf 3'000 müM. Wieder im Tiefland angekommen, ist der weitere Verlauf bis Rioja bei 37°C wieder "zum entspannen"....
14.-15.11.

San Pedro de Acatama-
Salta
585 km
(85'822
)
Die Strecke über den "Jama-Pass" (höchster Punkt 4'800 müM) war wieder mal eine Strecke, die man ohne journalistisches oder schirftstellerisches Flair nicht beschreiben kann. Es ist eine jener Srecken, die ein Leben lang in Erinnerung bleiben. Strahlender Sonnenschein, glaskare Sicht, angenehm kühle Temperaturen zwischen 5° und 17°C, sowie eine Szenerie wie im Bilderbuch, lassen den Reiseschnitt laufend nach unten sinken. Man kommt einfach nicht vom Fleck. Die gleichen LKW's werden mit freundlichem Gehupe x-mal übeholt. Endlich sehen wir Vulkane in ihrer ganzen Pracht. Flamingo, Lamas, Alpacas, Schafe, Rinder, Enten und Füchse suchen in der kargen Vegetation etwas Fressbares. Es werden Salzflächen, Salzlagunen, ausgetrocknete Seen und Felsformationen mit tausend Farben durchfahren. Wunderschöne Kakteen und eigenartige Pflanzen säumen die tadellose Strasse.
12.-13.11.

San Pedro de Acatama

0 km
(85'237
)
San Pedro de Acatama und die gesamte Umgebung hat wirklich viel zu bieten. Es gibt wohl nur wenige Reiseveranstalter, die in Nordchile diese "Destination" nicht besuchen. Das schlägt sich natürlich in den Touristenströmen nieder. Während wir in unserem Hotel die Ruhe geniessen und mit der Reception wegen des unzuverlässigen Internetzugangs in den Haaren liegen, werden unsere lieben Freunde Hugo und Monika von den "Touropertoren" erbarmungslos von einer Sehenswürdigkeit zur anderen gehetzt. Ab und zu haben die beiden ein paar Minuten Freizeit und berichten in kurzen, begeisternden Worten, was sie soeben alles geseshen haben. Wenn am Tag alle Touristenbusse unterwegs sind, schländern wir durch die fast menschenleeren Gassen des Ortes, trinken da ein Bierchen und machen dort ein Foto ohne dass immer ein "Touri" vor der Linse steht...
10.-11.11.
Putre-
San Pedro de Acatama

857km
(85'237
)
Auf der Strecke zwischen Putre und San Pedro de Acatama gibt es sehr viel zu sehen. Das ist mal die Acatama-Wüste. An sich "nur" eine Wüste, die aber voll von rätselhaften Geoglyphen ist. Sie ist durchzogen von tiefen Tälern, in denen sich am Grund ein "Bächlein" windet und so auf dem ganzen Talboden für oasenähnliche Verhältnisse sorgt. Die Pazifikküse sorgt für erfrischende Abwechslung. Der "Aufstieg" zurück ins Altiplano erfolgt unmerklich. Einzig das GPS und das Thermometer verraten, dass es rund 2'000 Meter aufwärts geht. Kurz vor dem Tagesziel winkt das Tal des Mondes (Valle de la Luna) mit einer unwirklich phantastischen Szenerie. Zu guter letzt treffen wir auf die Minute genau mit unseren Freunden Hugo und Moni aus Luzern vor ihrem Hotel ein. Die beiden machen eine Südamerika-Rundreise und haben uns ein paar Kleinigkeiten mit gebracht.
09.11.
La Paz-
Putre
(Chile)

370km
(84380)
Um von La Paz nach Chile zu gelangen gibt es für "Schlachtschiffe" eigentlich nur zwei Varianten. Die eine führt auf weitgehend schlechten Strassen über die Salar, die andere auf guten Strassen zurück auf die PANAM. Wir haben mit dem Routenentscheid schwer gerungen. Nach dem Schocker vom Himalaya und dem Umstand, dass das Risiko besteht, bei -10°C zu zelten, haben wir uns schlussendlich für die einfachere Variante entschieden. Und das war gar nicht so schlecht! Verschneite Vulkane, Lagunen, Tiere aller Art, eine traumhafte Sicht sowie ein gut organisierter Grenzübergang zwischen Bolivien und Chile und dies alles auf sehr guten Strassen mit wenig Verkehr hat es an Nichts fehlen lassen. Mag sein, dass die andere Route den ultimativen Kick in sich hat, aber in unserem Alter brauchen wir das nicht mehr....
08.11.
Puno-
La Paz
(Bolivien)

315km
(84010)
Bereits einen Tag vorher war der Grenzübertritt nach Bolivien bei Copacabana am Titicaca See. Traumhaftes Wetter ermöglichte den Blick auf die Schnee bedeckten 6'000-er. Zudem war der Grenzübertritt allererste Klasse. Trotz allen positiven Gefühlen, können wir uns für die Bolivianer nicht erwärmen. Von einer Person ohne zu bezahlen ein Foto zu machen bedeutet geballte Faust oder Spucke. Auch sonst haben wir den Eindruck, in Bolivien nicht sehr willkommen zu sein. Die Menschen nehmen uns entweder nicht zur Kenntnis oder schauen mit finsteren Blicken in die Welt. La Paz war schon immer auf dem Programm .Der Verkehr war aber ein echter "Ablöscher". Gleich wie Lima wollen wir unter keinen Umständen in diesem Abgaspuff länger als zwingend notwendig verbleiben. Und zwingend notwendig war der Aufenthalt. Leider haben wir am HR-Reifen schwere Probleme und müssen ihn dringend ersetzen.
05.11.
Puno


0 km
(83'695)
Wieder mal ein Tag zum Feiern. Diesmal von einer besonderen Sorte. Die "Feierlichkeiten" zu Mark's 60-igstem Geburtstag haben schon vor dem Frühstück begonnen und endeten erst nach dem Nachtessen. Dazwischen war ein herrlicher Tag voller Abwechslung. Eine Schifffahrt zu den "Floating Islands" auf dem "Titicaca See" war wohl eine Touristenattraktion aber wirklich ausserordentlich schön. In "Puno" ist eine Festwoche mit unzähligen Umzügen und Festlichkeiten aller Art. Im Stadion wurde auf traditionelle Weise ein Lama "geopfert", bunte Märkte füllen die Strassen und farbige Umzüge mit vielen aktiven Teilnehmern und Zuschauern sorgen für eine festliche Stimmung. Die Freuen zieren sich mit ihren schönsten Gewändern, Hüten und Schmuck. An allen Ecken und Enden duftet es von Grillständen und verleitet zum Hinlangen.
04.11.
Cusco-
Puno


391 km
(83'695)
Um weniger als Haaresbreite hätte es uns heute erwischt. Dank ABS und einer riesigen Portion Glück konnten wir einen Unfall verhindern. Es hat wieder mal gezeigt, dass man dauernd 100% bei der Sache sein muss. Gerade in Peru ist die Disziplin auf den Srassen sehr schlecht und jeder macht ohne Vorwarnung, was ihm gerade in den Sinn kommt.
Nach dem Schreck bereits am Morgen früh, war dann aber der Rest des Tages ein wahres Vergnügen. Bei gleissendem Sonnenschein führte die Strecke auf dem "Altiplano" bei angenehmen 19°C auf 4'000 müM ± 200 m Richtung Titicaca See. So schön es ausserhalb von Siedlungen ist, so beschämend sind der Dreck und die Siedlungsabfälle innerhalb der Ortschaften und am Rand derselben. Es ist schlicht unwürdig, was die Nachfahren grossartiger Kulturen heute für eine elende Sauerei veranstalten.
01.-03.11.
Cusco


0 km
(83'304)
Wir waren (auch) da! So viele schöne Dinge Cusco zu bieten hat, die Touristenströme sind gewaltig und verderben "uns Einzelgängern" etwas den Spass. Alle haben nur eines im Kopf: Machu Picchu! Auch wenn es ein kostbares Vergnügen ist, man kann es sich einfach nicht entgehen lassen. Tausende von "Airbus-Touris" aus aller Welt besuchen täglich in einem undurchschaubaren Durcheinander die Inkastadt. Leider war das Wetter "suboptimal", aber für die obligaten Fotos hat es doch noch gereicht. Die Rückreise von Machu Picchu ist etwas ganz Lustiges. Es gibt nur ganz wenige Leute, die am Abend erhobenen Hauptes durch die Strassen laufen. Alle hinken und stöhnen in irgend einer Form vor sich hin. Da wir gem. GPS nur 4.7 km in den Ruinen herumgestolpert sind und den Rest auf Rädern "absolvierten" hielten sich unsere "Beschwerden in Grenzen".

30.-31.10.
Nazca-
Cusco


668 km
(83'304)
Natürlich gäbe es auch noch andere Strecken um nach Cusco zu gelangen. Wir haben die einfachere Variante gewählt und sind auf einer mehr als hervorragenden Strasse über die Viertausender "gebraust". Man muss ja nicht immer Mensch und Material auf's Äusserste beanspruchen. Aber auch auf diesem Weg kann man sehr viel sehen und erleben. Kleinere und grössere Märkte, Hochebenen, wilde Schluchten, unterschiedlichste Gesteinsformationen, ein dauerndes Auf und Ab sowie laufend wechselnde Wetterbedingungen haben für viel Abwechslung gesorgt. Nach der farblosen PANAM mit ihrem Dauerenebel und dem unglaublichen Dreck entlang der Strasse eine grosse Erleichterung. In der Herberge in Cusco haben wir Motorradfahrer aus 5 Nationen getroffen. Mit einer Ausnahme reisen alle nach Süden. Was ist da wohl los???
28.-29.10.
Huacho-
Nazca


615 km
(82'636)
Zugegeben, die Distanz der letzten beiden Tage ist etwas lang. Dazwischen lag der "Moloch Lima". Um keinen Preis hätten wir auch nur eine Sekunde länger in dieser Stadt sein wollen. Nur New Delhi ist schlimmer! Zudem lag die ganze Strecke unter einer dichten Hochnebeldecke. Zeitweise führte die Strasse durch dichten Nebel. Es war kalt, nass, unfreundlich und gefährlich. 40 km/h das Höchste der Gefühle. Ab "Pisco" verlässt die Strasse die Küstenlinie. Es wird etwas wärmer und der Dauernebel lichtet sich. Je mehr man ins Landesinnere kommt, umso freundlicher wird der Himmel. In Nazca schlussendlich hat die Sonne Überhand genommen und wir können einen kleinen Teil der sagenumwogenen "Nazca-Linien" und "Scharrbilder" erblicken. Leider sind alle Flüge für Tage ausgebucht, sodass wir leider die Sachen nur von einem kleinen Aussichtsturm bestaunen können.
27.10.
Chimbote-
Huacho


286 km
(82'021)
Zur "Glückseligkeit" fehlt nur noch die Sonne. Leider ist die Strecke unter monatelangem Dauerhochnebel und so sind die höchsten Sanddünen der Erde nicht in ihrer ganzen Pracht ersichtlich. Dennoch ist das Panorama grandios. Keine der bisher gesehenen Wüsten ist mit dieser vergleichbar. Mag sein, dass wir bis dato eine Bildungslücke hatten, aber so eine Sandwüste haben wir in Peru nicht erwartet. Ohne dass wir es bemerken, sind wir am Abend voll feinstem Staub und Sand. Der ewige Wind verfrachtet täglich Unmengen von Sand und gestaltet so die Landschaft immer neu. Jeder LKW zieht eine lange Fahne von Sand wie Schnee hinter sich her. Obwohl wir immer noch in den Tropen sind, ist es mit 18° relativ kühl und erstaunlich trocken. Für etwas nasse Hände hat eine Polizeipatrouille gesorgt. Ihnen ist es gelungen, uns 100 Soles Bestechungsgeld für zu hohe Geschwindigkeit abzuzocken. Gangster!!
26.10.
Trujillo-
Chimbote


277 km
(81'735)
Aus! Schluss! Feierabend!
Nach den Erfahrungen der letzten Tage ist klar geworden, dass wir um Lima einen grossen Bogen machen wollen. Also bei erst bester Gelegenheit ab über die Anden ins Altiplano. Auf guter Strasse geht's zuerst von Chimbote aus durch ein wildes Tal langsam bergwärts. Nach rund 80 km stehen wir vor einer geschlossen Barriere. Eine kurze freundlche Diskussion macht klar, dass unser Vorhaben nicht durchführbar ist, da die Strasse über die Berge vom Winter noch verschüttet ist und Schnee liegt. Also versuchen wir es mit einer Alternative. Über eine "Waschbrettstrasse" der übelsten Sorte, Geröll und Sand geht's los. Nach ca. 15 km machen die Nerven nicht mehr mit und wir blasen den Rückzug. Zwangsläufig müssen wir wieder zurück auf die PANAM.
25.10.
Piura-
Trujillo


425 km
(81'458)
Wir haben uns wirklich sehr auf Peru gefreut. Das Image ist ja ausserordentlich hoch. Der Zustand der PANAM ist tatsächlich super. ABER!! Erinnerungen an Indien und Nepal werden wach. Wenn man von Kolumbien und Ecuador her kommt, ist man mit einem Schlag um Längen in einer anderen Kultur. Auf den Strassen macht jeder was er will. Tuck-Tuck fahren kreuz und quer. Es wird dem Teufel die Ohren abgehupt und es wird um jeden Millimeter gekämpft. Man braucht wieder einen scharfen 360° Blick, um all die "Spinner" im Griff zu haben. Aber mit Abstand das Schlimmste ist die menschenunwürdige Schweinerei entlang der Strasse. Jeder kippt die Abfälle hin, wo es gerade passt. Der immer wehende Wind verteilt das Zeugs in alle Himmelsrichtungen und bleibt schliesslich an Bäumen und Sträuchern hängen. Sehr schade!!
24.10.
Catamayo-
Piura
(Peru)

322 km
(81'033)
Einmal mehr war die Fahrt Richtung Grenze nochmals sehr schön, allerdings nicht mehr die gleich gute Strasse wie am Vortag. Der Grenzübertritt aus Ecuador war eine Sache von wenigen Minuten. Imigration Ausgangsstempel und beim Zoll die temporäre Fahrzeugregistrierung abgeben, fertig. Auf der anderen Seite der kleinen Brücke begrüsste uns Peru. Auch hier soweit alles problemlos. Einzig der Beamte beim Zoll hatte seine Mühe. Dies war aber weniger systembedingt als viel mehr persönlich. Der gute Mann hat wahrscheinlich noch nie zuvor eine temporäre Fahrzeugeinfuhr abgewickelt und war daher entsprechend unbeholfen und vorsichtig. Entsprechend lange hat es gedauert, bis er alle Angaben mehrfach auf das Formular gekritzelt hatte. Nach gut 3/4 Stunden war die Sache aber ausgestanden und nichts mehr stand der Einreise im Weg.
23.10.
Cuenca-
Catamayo


249 km
(80'711)
Für diese Strecke gibt es noch kein Wort der Superlativen!
Dieses GPS-Höhenprofil sagt mehr als tausend Bilder. Die ganze Strecke ist "Ladenneu" und von bester Qualität. Auch als Fahrer kann man die Weiten und Schönheiten dieser Bergwelt entspannt geniessen. Kommt hinzu, dass weder LKW-Verkehr noch sonstwie Verkehr herrschte. Nun - es ist Samstag und da wird sicher noch weniger Verkehr als sonst vorhanden sein.
Der Höhepunkt ist aber sicher das Wetter. Stahlblauer Himmel und angenehme Temperaturen. Eine Fahrt, wie im Bilderbuch!
... und dann noch ein kleiner Höhepunkt... Unsere BMW hat seit Erstinverkehrsetzung nach 2 Jahren und 7 Monaten ohne die geringste Panne auf dem Tacho 88'888 km erreicht!! (Nicht vergessen! die 8 ist unsere Glückszahl!!
22.10.
Riomamba-
Cuenca


279 km
(80'462)
... auch dieses Schwein hat kein Glück gehabt...
Entlang der Strecke werden nicht nur alle Arten von Federvieh und Meerschweinchen gegrill, sondern auch richtige Schweine. Kein Dorf, wo nicht irgend jemand mit einem "Flammenwerfer" an einer Sau herumbrennt. Ein paar Sekunden zu lang an der gleichen Stelle und aus dem herrlichen Duft wird ein stechender Gestank.... Aber richtig gemacht, schmeckt der frisch gebratene Speck herrlich. Das Fleisch wird mit "Hausrezepten" gesotten und schmeckt genau so vorzüglich. Als Beilagen werden die Köstlichkeiten mit fritierten Bananen, Bohnen und Kartoffeln serviert.
21.10.
Quito-
Riomamba


192 km
(80'183)
Was sind denn das für komische Viecher auf den Grillspiessen?
Seit der Ankunft in Südamerika lesen und hören wir immer wieder, wie herrliche Guy's (gegrillte Meerschweinchen) schmecken sollen. Heute haben wir auf dem Weg zwischen Quito und Riomamba endlich ein Restaurant gesehen, das diese hochgelobte Spezialität ganz frisch auf dem Grill hatte. Nichts wie rein und probieren. Aber Emotionen und der Geschmack hat nicht zu Freudentränen geführt. Wie in Südostasien mit den Raupen, Käfern, Heuschrecken und anderem Getier, wir haben es wenigstens probiert.
Die Strecke ist absolut Spitze. Verschneite Vulkane aller Grössenordnung säumen dieskret (wie üblich teilweise hinter Nebel und Wolken) die hervorragende Strasse.
20.10.
Quito


0 km
(79'991)
Was für eine Schande, Quito in nur 1 1/2 Tagen sehen zu wollen!
Aber erstens wollen wir nicht alles sehen, zweitens kann man in Quito einen Monat sein und wird nicht alles sehen und drittens haben wir von grossen Städten zunehmend "Horror". Kommt dazu, dass Quito in einem langen "Tal" liegt und vom erkennbaren Anfang bis zum Ende rund 35 km lang ist. Zudem liegt Quito auf ca 2'800 müM. Nach einigen Wochen auf Meereshöhe kommt man da ganz ordentlich zum Keuchen. Wir haben uns daher auf das "Filetstück" konzentriert und sind einen ganzen Tag in der sehr schönen Altstadt herumgelatscht bis die letzte Zehe geschmerzt hat.
19.10.
Tulcán-
Quito

269 km
(79'991)
Tulcán muss ein ganz verschlafenes Kaff sein. Kein Auto weit und breit!. Ein Blick aus dem Fenster stellte die frisch erwachten Lebensgeister auf den Nullpunkt zurück. Wieder mal Regen und Nebel! Also rauf ins Restaurant und frühstücken. Die Frage an den Kellner, weshalb es denn auf der Strasse so ruhig ist, löste das Rätsel. Streik der Taxifahrer! Alle Durchgangs-, Ein- und Ausfallstrassen sind gesperrt. Schei...e! Als dann gegen Mittag die Strassen trocken waren, wollten wir es wagen. Abgesehen von vielen wohlwollenden Blilcken, ab und zu auf dem Trottoir oder im Strassengraben konnten wir uns durch das Chaos hindurch schlängeln. Nach gut einer Stunde waren alle Blockaden überwunden und der Weg nach Quito frei.
Das besondere Highlight an diesem Tag war natürlich das erstmalige überqueren des Äquators auf der Strasse.
17.-18.10.
Popayán-
Tulcán
(Ecuador)

352 km
(79'722)
Vor langer Zeit, als sich das Erdinnere mit Hilfe von Vulkanen Luft verschaffte (und dieser Prozess ist noch lange nicht zu Ende), wurde u.a. auch die Gegend zwischen Pasto und Tulcán geformt. Heute führt durch diese bizarr zerklüftete Landschaft aus Tälern, Bergen und Flüssen eine hervorragend ausgebaute Strasse, die Teil der PANAM ist. Innerhalb weniger km steigt und fällt die Strasse mehrmals um bis 1'400 m, bis sich schliesslich an der Grenze Kolumbien/Ecuador eine Höhe von 2'812 müM einpendelt. Die Zollabfertigung verdient auf beiden Seiten das Prädikat "hervorragend". Leider kann man an der Grenze die obligatorische Versicherung nicht abschliessen. Man muss dazu in den nahen Grenzort Tulcán. Danach folgt ein nahezu endloses Spiessrutenlaufen. Nach über 4 Stunden sind die Nerven und der "Spass" zu Ende, die Police in den Händen. Wir sind in Ecuador!
16.10.
San Augustin-
Popayán

137 km
(79'370)
Die Strasse nach San Augustin ist gefährlich und schlecht. Für die 130 km braucht man 5-7 Stunden. Es regnet dauernd.
Wenn das stimmt, so sind das ja schöne Aussichten und lässt nichts Gutes erwarten. Soweit die weit verbreitete Mainung.
Was haben wir erlebt??
Die Strasse ist auf beiden Seiten der Kordilleren die ersten 25 km Super. Für die 80 km dazwischen ist schlecht der Vorname. Da und dort wird an der Strasse gebaut. Der Untergrund ist auch bei Nässe überall relativ gut griffig. Über jeden Bach gibt es eine gute Brücke. Oberhalb 3'000 müM stösst man an die Wolkendecke, daher ist es auf der ausgewaschenen Strasse dauernd unwirklich grau, kalt und nass. Es gibt vereinzelt Militärpräsenz, die für die Sicherheit sorgt. Auch mit einere guten Enduro braucht man min. 4 Stunden.
14.-15.10.
Popayán-
San Augustin

144 km
(79'233)
Die schlechten Nachrichten über Kolumbien sind hinlänglich bekannt. Etwas Gutes über dieses grossartige Land und dessen Menschen zu erfahren ist nicht so einfach. Man tröstet sich einfach mit einer Tasse kolumbischen Kaffees und geht zur Tagesordnung. Inzwischen haben wir eigene Erfahrungen gesammelt und sehen die Sache nicht mehr so verbissen. So haben wir nicht ohne weiteres geglaubt, dass der Weg nach San Augustin gefährlich und schlecht sei. Die meisten haben abgeraten, eine der wichtigsten archeologischen Stätten Südamerikas aus Gründen der Sicherheit zu besuchen. Einmal mehr sind wir froh, den Pessimisten den Rücken gekehrt zu haben und besuchten die grossartigen Ausgrabunssätten auf eigene Faust. Je länger der Massentourismus "die Hosen voll hat", um so mehr kann man die vergangene Kultur und die herzlichen Menschen rundum geniessen.
12.-13.10.
Chinchina-
Popayán

379 km
(79'089)
Eigentlich sind wir keine "Kostverächter" und lieben es, die Facetten eines Landes kennen zu lernen. Aber der Verkehr in Bogota und Cali lassen nichts Gutes erwarten. So machen wir eben um diese beiden Metropolen einen weiten Bogen und landen schliesslich in Popayán, der weissen Stadt. Und sie ist wirklich weiss! Unterwegs gibt es unzählige Kontrollen von Militär und Polizei. Diese lassen uns aber regelmässig unbehelligt passieren. Das Gleiche gilt für die vielen Zahlstellen. Motorräder kosten nichts aber mit dem Auto kommt so im Verlauf der Reise zwischen Cartagena und der Grenze zu Ecuador eine ganze Stange Geld zusammen. So schön, ruhig und entspannt die Stadt in ihrem weissen Kleid scheint, man macht uns immer wieder darauf aufmerksam, die Kameras wirklich nur für den Augenblick zu verwenden und sonst bedeckt zu halten.....
9.-11.10.
Medellin-
Chinchina


177 km
(78'710)
Die kurze Distanz nach Chinchina täuscht. Die Strecke ist ausserordentlich vielfältig und der LKW-Verkehr sehr mühsam. Am Ende des Tages ist man froh, eine Herberge zu finden. Wie überall in Kolumbien sind die Leute auch in Chinchina sehr hilfreich und geben Tips und Hinweise wie und wo eine schöne Caffeefinca zu finden ist. Wir lassen uns eine zeigen und sind vom ersten Moment an begeistert. Am folgenden Morgen packen wir die "7 Sachen" und fahren zur 4 km entfernten Finca. Unter kundiger Führung wird der Lebenszyklus vom Kaffeesprössling bis zum fertig gebrauten Espresso anschaulich erklärt. Es ist ein grosses Glück, dass uns Fernando Gast der Direktor des kolumbianischen Kaffee-Forschungslabors zum Apéro einlädt und ergänzende hochinteressante Informationen vermittelt. Das Essen und die ganze Atmosphäre in der Finca erfüllt lang gehegte Träume.
8.10.
Medellin


0 km
(78'533)
In Luzern werden sich wohl die Fortschrittlichen und die Verhinderer jahrelang in den Haaren liegen, ob hoch über den Dächern der Stadt eine Gondelbahn gebaut werden soll oder nicht. Viel besser wäre es, wenn die "Streithähne" zusammen nach Medellin reisen würden und sich die tolle Lösung der Metrocable ansehen. Medellin hat natürlich weit mehr zu bieten. Ausser dass sie unter dem berüchtigten Drogenbaron Bablo Escobar die Hauptstadt des Drogenhandels ist (oder besser gesagt war) gibt es viele kleinere und grössere Sehenswürdigkeiten. Wenn man mit grossen Kameras in der Gegend herum fuchtelt, wird das allerdings nicht gern gesehen. Viele Leute machen uns freundlich darauf aufmerksam, das Zeugs besser in der Kameratasche zu lassen, diese am Brustkorb zu tragen, Goldkettchen und Uhren zu verstauen. Tja - so ganz sicher scheint es eben doch nicht zu sein....
6.-7.10.
Cartagena-
Medellin


678 km
(78'533)
Die schöne Altstadt von Cartagena und ihre Gassen mit den geschichtsträchtigen Namen gehört der Vergangenheit an. Es soll endlich weiter gehen, denn bis Feuerland ist noch ein langer Weg. Gestern hat aus allen Rohren gegossen, daher wurden die Regensachen angezogen um den Elementen zu trotzen. Wenige km nach der Stadt wurde es heiterer und die "Lumpen" konnten bis zum nächsten Regenguss abtrocknen. In Planeta Rica war dann "g'nueg Heu donde" und das "Leiden" nahm ein Ende. Heute Morgen blauer Himmel. Die Strecke nach Medellin führt auf über 2'800 müM. Dort sind die Temperaturen und vor allem die Luftfeuchigkeit endlich wieder angenehmer. Medellin empfängt uns mit einem unvorstellbaren Gewitter. Die Stadt steht nach 30 Minuten total unter Wasser und es herrscht im Abendverkehr eine regelrechte Wasserschlacht. Jetzt einfach im Knöcheltiefen Wasser nur nicht stehen bleiben...!
01.10. Cartagena
... da soll einer behaupten, dass eine BMW nicht schwimmen kann...
Weil die "Stahlratte" nahe am Ufer nicht anlegen kann, müssen die Motorräder eben in die "Gummiratte" (wie das Gummiboot liebevoll genannt wird) verladen und anschliessend am Steg von Hand ausgeladen werden. Da mir natürlich bei der ganzen Aktion nicht ganz geheuer war, blieb nichts anderes übrig, als der erfahrenen Crew zu vertrauen. In solchen Momenten kommt wieder "Frömmigkeit" auf und das Eine oder Andere Stossgebet wispert ganz zaghaft und unbemerkt über die Lippen.
Letztendlich wird auch diese "Übung" erfolgreich abgeschlossen und die weichen Knie gewinnen an Land wieder an Stabilität. Ab geht's jetzt zum Zoll, unterwegs geht aber noch der Sprit aus und die letzten 500 Meter werden eben geschoben....
29.09.10
Panama City Cartagena
(Kolumbien)
Mann, das ist ein Empfang! Farbig, froh, nett und wunderschön...
Nach einem kurzen, perfekten Flug, sind wir voller Erwartungen am Ausganspunkt zum Südamerika-Reiseabschnitt in Cartagena gelandet. Bei der Imigration muss man mit eigenem Fahrzeug darauf achten, dass im Einreisestempel der Aufenthalt mit 90Tagen eingetragen wird. Die Einreiseabwicklung ist eine Sache von wenigen Augenblicken. Das reservierte Hotel hat sich als Flopp herausgestellt und so sind wir den Empfehlungen anderer Leute gefolgt. Da der Töff noch in der Karibik herumschwimmt, haben wir die Zeit genützt und Cartagena bereits einem ersten Augenschein "unterzogen". Dafür gibt es nur ein Begriff: Traumhaft!!! Leider sind die Preise touristisch beding etwas höher, aber was man für sein Geld bekommt, ist es allemal wert.
15.09. - 29.09.
Panama City warten auf "Godo"
Seit Tagen hoffen wir von der "berühmt-berüchtigten" Evelyn Batista von "Barwil", "Transcanal" oder "Wilhelmsen" angerufen zu werden, dass sie noch 1-2 andere Fahrzeuge gefunden hat um einen 20- oder 40/45-Fuss Container zu füllen. Aber bisher ist "ausser Spesen nichts gewesen" und viele Versprechungen und Hoffnungen haben sich in Luft aufgelöst. Tja.... So macht eben jeder seine eigenen Erfahrungen.... Die Erlösung von dem Übel finden wir schlussendlich in der "Stahlratte". Einem 100 Jahre alten Segelschiff...
Zum Glück haben wir mit dem Hotel Marparaiso einen Platz gefunden, wo einem ausser dem Bett nichts weh tut. 33 US$ für ein DBL, inkl. Frühstück, WIFI, viel gedeckter und ungedeckter abgeschlossener und überwachter Parkplatz sowie ein Restaurant mit ansprechender Küche zu einem guten Preis/Leistungsverhältnis und das alles an guter Lage, lässt die Warterei erträglich gestalten.